2 Minuten 45,62 Sekunden
Guinness-Weltrekord · Schnellstes Tranchieren einer Ente · 02. Juli 2024 · China Restaurant Yung, Frankfurt
Wochenlang habe ich allein im leeren Restaurant trainiert. Selbst am Abend davor blieb ich über drei Minuten. Mein Umfeld sagte: „Sag ab.“ — Ich habe nicht abgesagt. Am 2. Juli 2024 stand ich um zwölf Uhr mittags in meinem eigenen Lokal, mit einer Ente, einem Messer und zwei Stoppuhren. Beim ersten Anlauf erreichte ich die Drei-Minuten-Marke und damit den Rekord. Beim dritten Anlauf unterbot ich ihn auf 02:45,62.
Die nackten Fakten

- Rekordtitel: Fastest time to carve a duck
- Endzeit: 2 Min 45,62 Sek
- Datum: 02. Juli 2024, 12:00 Uhr
- Ort: China Restaurant Yung, Oeder Weg 32, 60318 Frankfurt
- Rekordhalter: Chi Kei Yung
- Application Reference: 240624145653fttc
- Ente vor Versuch: 1.380 g
- 6 Portionen je: 110–130 g
- Karkasse nach Versuch: 600 g
- Zeitnahme: 2 Stoppuhren simultan, Differenz 0,01 Sek
Wie alles begann — eine Cooking-Class, ein Scherz, eine Idee
In meinem Restaurant veranstalte ich seit Jahren monatlich eine Dim-Sum-Kochklasse. Ein Höhepunkt jeder Klasse: Ich tranchiere am Tisch eine Pekingente — vor den Augen der Gäste. Ich liebe Messerarbeit. Ich tranchiere schnell, weil ich es schön finde, schnell zu sein.
An einem Tag im April 2023 war ich besonders schnell. Zwei Minuten und eine Sekunde, sechs Portionen, fertig. Die Gäste lachten und sagten: „Das ist doch ein Weltrekord.“ Ich habe danach in der Guinness-Datenbank nachgesehen — niemand hatte diesen Rekord. Ich beantragte ihn. Ein Jahr später, im März 2024, kam die Bestätigung von Guinness World Records: Mein Versuch war zugelassen.
Wochen Training. Allein im leeren Lokal.
Was für Außenstehende wie eine spontane Tat aussah, war 33 Tage akribische Vorbereitung. Jede Geste, jede Sekunde, jede Tellerposition — geübt, gestoppt, optimiert.




Der Tag davor — und der Druck, abzusagen
Am 24. Juni 2024, acht Tage vor dem Versuch, drehte ich einen letzten Testlauf. Er ging schief. Ich habe das Video noch — es heißt in meinem Ordner „Ein misslungener Testlauf“. Auch die Tage danach blieb ich über drei Minuten. Selbst am Abend des 1. Juli — ein Tag vor dem Rekord — schaffte ich die magische Marke nicht.
Die Reaktion meines Umfelds war eindeutig: „Sag ab. Du blamierst dich.“ Ich verstehe das. Es war vernünftiger Rat. Aber ich dachte: Niederlage gehört zum Leben. Wer nicht antritt, gewinnt nichts. Ich habe an mir geglaubt — auch dann, als sonst niemand es tat.
02. Juli 2024 — der Tag
11:45 Uhr — eine Tochter, ein gelbes Schild

Das Mädchen kam mit ihrer Mutter. Sie hatte das Schild zu Hause gemalt: „Du schaffst das. YUNG! Wir glauben an dich.“ Mit Sternen, Herzen und einem großen gelben Hintergrund. In dem Moment, als ich es sah, kippte etwas in mir. Ich war nicht mehr allein mit meinem Vorhaben.
11:55 Uhr — die Bühne

Die offizielle Bühne war ein einfacher Holztisch in meinem eigenen Restaurant. Vor mir saßen die offiziell für Guinness akkreditierten Zeugen: Roland Eötvös und Oliver Dehn — beide bei der Rechtsanwaltskammer Frankfurt zugelassen, Feyza Türkön und Thorsten Jacques. Die zwei Zeitnehmer Anderson Ferreira-Lima und Naor Bruno Hochmann Alvin hielten die Stoppuhren bereit. Eduardo Fernandez, professioneller Koch seit 20 Jahren, hatte zuvor die Hygiene-Compliance dokumentiert.
12:00 Uhr — Countdown
Die Ente kam direkt aus der Küche, gefilmt während des Wegs. Sie wurde auf der Waage tariert, gewogen — 1.380 Gramm. Meine Hände lagen auf dem Tisch. Ein lauter Countdown. Beide Stoppuhren wurden im selben Moment gestartet.



12:02:45,62 — Stop.

Drei Versuche waren erlaubt. Im ersten Anlauf erreichte ich die Drei-Minuten-Marke und damit den Rekord. Beim dritten Anlauf unterbot ich ihn auf 02:45,62. Die zweite Stoppuhr von Naor zeigte 02:45,63 — null Komma null eins Sekunden Differenz. Anderson Ferreira-Lima trackt sonst Zeit für Sprint-Athleten. Naor ist Fitnesstrainer. Beide haben mit Stoppuhren und Tausendstelsekunden gearbeitet, lange bevor sie in mein Restaurant kamen.
Highlight-Schnitt aus dem GWR-Master-Video — 30 Sekunden Tranchier-Sequenz mit Original-Ton.
Direkt danach — der Champion

Wir sind aufgesprungen — meine Schwester Yung Wai Wah, mein Schwager Li Xijie, das ganze Team. Wir konnten es nicht fassen. Die Erleichterung war größer als die Freude. Die Gewissheit, dass ich es nicht abgesagt hatte, war zentral. Ich wäre nie ruhig geworden, wenn ich aufgegeben hätte, ohne anzutreten.
Sekunden nach dem Schluss-Schnitt — ungeschnittene Reaktion.
Die offiziellen Rollen
Guinness World Records verlangt für jeden Rekordversuch eine genau definierte Rollen-Architektur. Vier Rollen wurden mit unabhängigen, qualifizierten Personen besetzt — jede mit dokumentiertem Berufsnachweis.
⏱ Zeitstopper
Zwei unabhängige Zeitnehmer mit Sprint-Stoppuhr-Erfahrung, simultan aktivierte Stoppuhren, 0,01-Sek-Differenz beim Endwert.
🧾 Zeuge
Vier unabhängige Zeugen — zwei davon zugelassene Rechtsanwälte der RAK Frankfurt — bestätigen Wägung, Tara, Countdown, Tranchier-Vorgang und Wäge-Schritte.
🧤 Hygienebeauftragter
Professioneller Koch mit 20 Jahren Berufserfahrung dokumentiert Arbeitskleidung, Handschuhe, Desinfektion aller Flächen und Geräte sowie Gewichts-Compliance.
📺 Medienvertreter
Akkreditierte Pressevertreter — Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurter Neue Presse, hr-Hessenschau — als unabhängige Beobachter vor Ort.
Anwesende — die 22 Namen, die diesen Tag möglich gemacht haben
Sieben offiziell von Guinness anerkannte Zeugen und 15 weitere dokumentierte Anwesende — alle haben die ausgegebenen Portionen entgegengenommen und unterschrieben.
Offizielle Zeugen (4)
- Roland Eötvös — Rechtsanwalt & Fachanwalt für Steuerrecht, Rechtsanwaltskammer Frankfurt
- Oliver Dehn — Rechtsanwalt, Rechtsanwaltskammer Frankfurt
- Feyza Türkön — Deutsche Anwältin
- Thorsten Jacques — Gast
Offizielle Zeitnehmer (2)
- Anderson Ferreira-Lima — Brasilien, Stoppuhr-Erfahrung Sprint-Athleten — Endmessung 02:45,62
- Naor Bruno Hochmann Alvin — Spanien, Fitnesstrainer-B-Lizenz (dba University, 19.11.2023) — Endmessung 02:45,63
Hygiene-Compliance (1)
- Eduardo Fernandez — Professioneller Koch, 20 Jahre Berufserfahrung. Originalzitat: „Sensationell zart und knusprig.“
Weitere dokumentierte Anwesende (15)
Anderson Ferreira-Lima · Eduardo Fernandez · Feyza Türkön · Guy Hompes · Ingrid Tiefenbach · Jörg Krümpelmann · Julian Mittmann · Mathias Zeidler · Naor Hochmann · Panagiotis Wilhelm Zaromitidis · Peter Kochhäuser · Robert Kneminski · Thorsten Jacques · William Wong · Oliver Dehn
Beweismittel
Photo-Evidence aus dem offiziellen Guinness-Submission-Paket — von der ungeteilten Ente über die sechs Portionen bis zur Stoppuhr.






Was nach dem Rekord kam
Vor einigen Jahren brachten meine Schwester, mein Schwager und ich unsere Mutter zum Arzt. Sie hatte Schmerzen, die niemand erklären konnte. Der Arzt sagte, er könne kaum etwas tun. Wir drei beschlossen, sie selbst über die Ernährung zu heilen. Heute ist meine Mutter 83 Jahre alt und beschwerdefrei.
In den Jahren danach habe ich mich tief in Ernährungswissenschaft eingearbeitet. Ich habe inzwischen sechs Ernährungsberater-Zertifikate. Mit der Aufmerksamkeit, die der Guinness-Rekord bringt, will ich chinesische Heilküche stärker bekannt machen — Slow-Cooked-Soups, TCM-Suppen, kantonesische Heil-Tradition. Dafür gibt es ChinaYung.
Ich danke meiner Schwester Yung Wai Wah, meinem Schwager Li Xijie und dem ganzen Team. Ohne sie hätte ich nicht antreten können. Und ich danke der Tochter einer Freundin, die ein gelbes Schild gemalt hat, als alle anderen sagten „sag ab“.

