Dim Sum Flambiertes Char Siu – Gericht, Zutaten & Herkunft
Tradition als Basis, Inszenierung als Bonus
Flambiertes Char Siu ist keine Spielerei, sondern eine präzise Weiterentwicklung eines kantonesischen Klassikers. Zarter Schweinebauch liegt in einer süß-würzigen, reduzierten Sojasauce und wird am Tisch mit Rosenschnaps flambiert.
Die Flamme ist dabei kein Selbstzweck: Sie karamellisiert die Glasur, bündelt Umami und öffnet die Aromatik der Sauce. So entsteht ein Gericht, das Handwerk und Erlebnis verbindet, ohne seine kulinarischen Wurzeln zu verlassen.

Was Char Siu wirklich bedeutet
Char Siu (叉燒) bedeutet wörtlich „an der Gabel geröstet“. Traditionell handelt es sich um mariniertes Schweinefleisch – häufig Nacken oder Bauch – das in einer süß-würzigen Mischung aus Sojasauce, Zucker, Gewürzen und Reiswein gegart wird.
Entscheidend ist das Gleichgewicht aus Süße, Salz und Röstaromen. Dieses Prinzip bleibt auch bei der flambierten Variante erhalten; lediglich die finale Aromenschicht wird am Tisch intensiviert.

Warum Flambieren kulinarisch Sinn macht
Flambieren erzeugt in sehr kurzer Zeit hohe Hitze an der Oberfläche. Zuckeranteile karamellisieren, Fett trägt Aromen, und Duftstoffe werden unmittelbar freigesetzt.
Der eingesetzte Rosenschnaps bringt eine feine florale Kopfnote, die sich über die süße Sojasauce legt. Das Ergebnis wirkt aromatisch dichter, aber zugleich eleganter.

Rosenschnaps: Aroma statt Alkohol
Beim Flambieren verbrennt der Großteil des Alkohols. Zurück bleibt vor allem das Aroma.
Geschmacklich dominiert daher keine alkoholische Schärfe, sondern ein warmer, blumiger Duft, der die karamellisierte Sauce ergänzt. Wer strikt alkoholfrei leben muss, sollte dennoch vorab nachfragen.
Die Sauce als Herz des Gerichts
Dieses Char Siu liegt nicht in flüssiger Sojasauce, sondern in einer sirupartig reduzierten Glasur.
Die Reduktion sorgt für Tiefe und Bindung ohne Mehl. Beim Flambieren wird die Oberfläche leicht rauchig und glänzend – fast lackiert. Genau diese Sauce macht das Gericht als Dim Sum intensiv, auch in kleiner Portion.
Textur: Schweinebauch richtig eingesetzt
Schweinebauch liefert Struktur: zartes Fleisch, saftige Schichten und Schmelz, der Aromen trägt.
Gerade im Dim-Sum-Kontext ist Balance entscheidend. Das Flambieren verdichtet die Oberfläche, ohne das Fleisch auszutrocknen, und hält die Süße kontrolliert.
Einordnung im Dim-Sum-Menü
Als Dim Sum ist flambiertes Char Siu ein bewusster Aroma-Höhepunkt. Ideal platziert zwischen leichten, gedämpften Klassikern und kräftigeren Gerichten.
Sinnvolle Kombinationen sind etwa Har Gao als texturaler Kontrast oder geschmorter Schweinebauch als tiefe Ergänzung.
Geschmackliche Einordnung
Die Grundlinie ist süß, salzig und umami-betont. Schärfe gehört nicht zur klassischen Char-Siu-Charakteristik.
Wer möchte, kann mit Chiliöl nachjustieren – idealerweise sparsam, um die florale Note nicht zu überdecken.
Warum Gäste dieses Gericht schätzen
Flambiertes Char Siu verbindet Vertrautheit und Überraschung. Duft, Optik und Geschmack wirken gleichzeitig.
Für viele Gäste bleibt es als markanter Moment im Dim-Sum-Menü in Erinnerung – nicht wegen der Flamme, sondern wegen der Tiefe.
Fazit
Flambiertes Char Siu steht für kantonesisches Handwerk mit zeitgemäßer Inszenierung. Reduzierte Sauce, zarter Schweinebauch und die florale Wärme des Rosenschnapses ergeben ein Dim Sum mit Charakter.

