Wer zum „Chinesen“ geht, willTafelspitzen empfiehl China Restaurant Yung auch Thailändisches
Junges Gastronomenpaar wirbt in “ Orchidee“ und “ Yung“ für kantonesische Küche

Von Barbara Goerlich

Chinas Küche gilt als die älteste der Welt. Obwohl es „eine“ chinesische Küche gar nicht gibt. Unterschiedliche Klimazonen und Zutaten der einzelnen Provinzen ließen im Laufe der Jahrtausende eigenständige Küchenstile entstehen. Als Wagemutigste gelten Kantons Köche, die vor keinem Experiment zurück scheuen. Deshalb halten Kenner die kantonesische sogar für die beste Küche der Welt. Nur schade, dass es in Frankfurt kein herausragendes Restaurant mit echter „chinesischer“ Küche gibt. Aber zwei Newcomer lassen hoffen: „Wir arbeiten dran“, verspricht Niruo Cai-Yung, die mit ihrem Mann Chi-Kei Yung seit kurzem zwei China-Lokale führt, die beide auf einem guten kantonesischen -Weg sind.
Das junge Ehepaar ist zwar in Shanghai (sie) und Hongkong (er) geboren. Aufgewachsen sind beide aber in Frankfurt, wo sie sich an der Uni kennen gelernt haben. Doch als die Familie rief, wurden sie „in zweiter Generation“ zu Frankfurter Gastronomen. Die von den Eltern gegründeten China-Restaurants führen jetzt die drei Kindern. So gehört sich das in chinesischen Familien, auch wenn sie am Main leben. Das seit 13 Jahren bestehende „Yung“ an der Hügelstraße in Eschersheim ging an das junge Informatiker-Ehepaar. Seit November haben die beiden als zweiten Betrieb zusätzlich ein kleines Hotel-Restaurant (sechs Zimmer) in Ginnheim gepachtet, das zur schmucken „Orchidee“ erblühte.  Im Gastraum schaffen rote Polster, Holztische, Pflanzen und Servicechef Hong (aus Vietnam) eine angenehme Atmosphäre.
Gezapft Wird Brinkhoffs, daneben gibt’s eine kleine Weinkarte und Apfelwein von Höhl. Noch ist die weiter entwickelte kantonesische Küche der „Orchidee“ erst ansatzweise zu schmecken. Denn auch hier werden Thai-Gerichte angeboten, weil „die Gäste es erwarten“.  Bei der Vorspeisen-Platte (7,80 Euro für zwei Personen) mischt sich halb Asien jedoch sehr aromatisch bei hausgemachten Wantans (China-Ravioli mit würziger Füllung) und saftigen Hühner-Satay-Spießen. Die Karte (max. 10,80 Euro) ist wie immer nach Zutaten sortiert, es gibt Vegetarisches, die üblichen Suppen -aber auch Tomaten- und Kokosmilch-Curry -und Roastbeefin schwarzer Bohnensauce. Das „Yung“, „Zweitbetrieb“ an der Hügelstraße, hat kantonesische Küche, wird aber besonders für seine (Peking-)Enten gerühmt. Ohne Vorbestellung! Dabei werden Fleisch und Haut der im Ofen gegrillten Ente separat serviert und in kleine Pfannkuchen gewickelt. Im Gegensatz zur „gerösteten“ Ente, die erst gekocht und dann in Öl ausgebacken wird. Gegrillte Ente ohne (Peking-) Pfannkuchen und Röst-Ente gehören zu den Lieblingen der „Orchidee“-Gäste, ebenso hausgemachte „DimSum“, gefüllte, meist im Bambuskörbchen gedämpfte Teighappen, die in China nur zum Frühstück gegessen werden. Langnasen essen sie auch abends. „Wer isst, nimmt am Leben teil“, sagt eines der vielen chinesischen Sprichwörter.

-„Orchidee“, Ginnheimer Landstraße 183, Telefon 95112750, geöffnet Montag bis Freitag,
11.30 bis 14.30 und 18 bis 24 Uhr, Samstag von 17 bis 1, Sonntag 11.30 bis 24 Uhr; günstige Mittagsgerichte.

„Yung“, Hügelstraße 124, Telefon 515651, geöffnet täglich 11.30 bis 15.00 und 17.30 bis
23.30 Uhr.