Yung

Eschersheim, Hügelstraße 124, Tel. 515651 ,  Mo-So 11.30-15.00 + 17.30-23.30 Uhr,

Yunges Glück

Das Ambiente lässt keine Zweifel zu: Wir sind beim Chinesen . Üppige Holzschnitzereien, asiatische Motive an Decken und Wänden, die Töne Rot, Braun und Schwarz dominieren, ein Meer von StoffbJüten in verschiedenen Farben. Es fällt angenehm auf, dass man bei der Platzwahl zwischen Raucher und Nichtraucher wählen kann, mit mehr als 20 Plätzen ist der
Nichtraucherbereich ausreichend groß, um Kontakt mit „Andersgesinnten“ auf Wunsch zu vermeiden . Die Speisekarte ist so umfangreich (insgesamt 400 Gerichte, Vorspeisen
zwischen 3 und 6,50 € , Suppen liegen bei 3 bis 4 €, Hauptspeisen von 6,80 bis 15 €), dass wir einige Zeit brauchen, uns einen Überblick über die zahlreichen Vorspeisen , Suppen,
Salate, Hühnchen-, Enten-, Schweinefleisch- , Rindfleisch-, Fisch-, Meeresfrüchte-,
Tofu- und vegetarischen Gerichte zu verschaffen. Darüber hinaus gibt es eine Cocktailkarte sowie eine eigene Dessertkarte – viel zu lesen also . Man merkt, dass hier auf Kundenansprache gesetzt wird: Jeder Wochentag bietet ein anderes Highlight, auch wenn sich die Verbindung
zu China nicht immer sofort erschließt. Dienstag gibt es Buffet, all you can eat für 10,90 €, mittwochs ist Appelwoi-Tag, da kostet das 0,25-l-Glas 1 €, donnerstags essen Kinder
bis zu 10 Jahren umsonst. Als liebhaber von Dim Sum (kleine Köstlichkeiten, meist gedämpft oder frittiert – übersetzt heißt Dim Sum so etwas Köstlichwie „kleine Herzwärmer“ ) gönnen wir uns einen Rundumschlag: gedämpfte Teigkörbchen mit Schweinefleisch und Shrimps, gedämpfte Nudelteigtaschen mit Krabbenfüllung und Gemüse (besonders lecker), knusprige Teigtaschen mit Shrimps und Schweinfleisch und knusprige Teigtaschen mit Entenfleischfüllung. Die gedämpften Häppchen werden im Bambuskörbchen serviert und auf Chinakohl angerichtet, damit sie nicht am Boden kleben bleiben . Die frittierten Häppchen erscheinen auf einer kleinen Platte mit süß-scharfer Sauce. Jedes einzelne ist auf seine Art eine kleine Köstlichkeit und hebt sich angenehm von dem ab, was einige trendige Asia-Snack-Restaurants unter der Bezeichnung Dim Sum anbieten. Bei den Hauptspeisen entscheiden wir uns für scharf und mild: Tit Pan, 8 Juwelen aus China mit Huhn, Ente, Pute, Rind – und Schweinefleisch, gebraten mit gemischtem Gemüse (als mittelscharf gekennzeichnet), und Hühnerbrustfilet mit Cashewkernen. Mittelscharf erweist sich als harmlos: würzig mit leichter Schärfe, aber nicht so, dass uns die Tränen in die Augen steigen. Obgleich es eine große Cocktailkarte gibt, trinken wir Tee und Bier, um unsere Geschmacksnerven nicht vom Essen abzulenken. Das Hühnchen ist zart und mild, beim Tit Pan ist das Fleisch vielleicht einen kleinen Touch zu trocken, schmeckt aber ansonsten sehr gut. Ein Dessert hätten wir uns noch gerne gegönnt, z. B. gebackene Banane im Kokosmantel mit Vanilleeis, doch angesichts der Vorspeisenauswahl und der üppigen Hauptspeisenportionen, die wir komplett verputzt haben, fehlt uns schlicht und einfach der Platz im Magen.

Sabine Krüger – ~ China (Rang 3)

quelle: journal Frankfurt Führer – Frankfurt geht aus 2007